Rückblick 2018

Artlake Rückblick 2018

Mit Rückblick auf einen ereignisreichen und aufregenden Sommer lassen uns die aufkommenden Emotionen noch einmal in die
warmen Tage im August eintauchen. Zum fünften Mal war es Zeit, am Bergheider See zusammenzufinden, um sich einer Welt voller spannender Experimente und neuen Erfahrungen in einem Spannungsfeld der verschiedensten Kunstformen vollends hinzugeben. Vereint in unserem sicheren und freien Raum wurde getanzt, gelacht, entdeckt und erschaffen, wobei es uns besonders am Herzen lag, durch ein vielseitiges Programm unterschiedliche Künste und Menschen zu vereinen. Noch einmal möchten wir die schönen Stunden am See Revue passieren lassen und einen kleinen Einblick in das geben, was euch im
kommenden Jahr erwartet.

Das Artlake Festival lebt von seinen Besuchern, die das Festival nicht nur durch ihre Anwesenheit bereichern, sondern es bei vielen Workshops, Diskursen und Mitmach-Aktionen aktiv gestalten. Wir finden es spannend zu beobachten, was entsteht, wenn Menschen verschiedenster Hintergründe ihre Kreativität und Ideen teilen. Deshalb konnten im Birkenhain bei Diskursen und Lesungen zu Themen wie sexismusreflektierter Eventplanung und Einführungen in die Philosophie, Gedanken zusammengetragen und neue alternative Lebensentwürfe entwickelt werden. Weitere Workshops waren unter anderem: Warum Menschen fliehen, Klimafreundlich leben, …und Action! – kreative Aktionsformen in der Praxis, Zukunftsfähige Digitalisierung, Feminist Economics uvm.

Auch der Zauberwald hielt neben musikalischen Einlagen von Martha van Straaten oder Mehmet Aslan, bei Workshops über gewaltfreie Kommunikation, Chakra Meditation und Yin Yoga viele Möglichkeiten bereit, zu sich selbst zu finden und neue Seiten an sich zu entdecken. Auch bildende Kunst gab es zu erleben. In der “Künstlerischen Freiheit” wurde gemeinsam gezeichnet, illustriert oder das Festival Make-Up für die anbahnende Nacht aufgetragen und im Kino beim Open Mic wurde dazu eingeladen, eigene künstlerische Beiträge jeglicher Art mit anderen Besuchern zu teilen. Dank all unserer talentierten Künstler, Kollektive und Helfer, verwandelte sich das Gelände rund um den Bergheider See für vier Tage in eine temporäre Galerie, ein Museum und eine Leinwand zugleich.

Es ist nicht nur Kunst in Form von Musik, die auf unseren Bühnen transportiert wurde. Zahlreiche Installationen, Bauwerke, Skulpturen und Projektionen säumten die Wege und schafften eine Atmosphäre der Neugierde – immer in Aussicht, Neues zu entdecken und zu erleben. So beherbergte die äußerlich unscheinbare Baracke atemberaubende und vielfältige Ausstellungen zeitgenössischer Künstler wie Mothanna Hussein, welcher alte bollywood und ägyptische Filmposter neu interpretiert oder Sebastian Jung, der durch seine humorvolle Art in Zeichnungen und Fotografien auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht.                                                                                                                                           
Fabian Heublein erweckte seine Ausstellung erst durch den Betrachter ins Leben, Janine Graubaum, präsentierte ihre Reise durch Osteuropa in alten Zügen der Sowjetunion, welche sie fotografisch dokumentiert hat und Hannah Hazzan untersuchte die Grauzonen in denen sich die menschliche Mentalität im Licht der Globalisierung verändert.
Performances wie die experimentelle Drag Show von Cointreau on Ice, faszinierende artistische Darbietungen von Artefex oder das Radioballett, bei dem die Zuschauer selbst zu Protagonisten wurden, boten viel Abwechslung und ließen den Zuschauer eintauchen in eine Welt voller Aktion und Zauber.

Nicht zu vergessen ist jedoch auch, dass es die Liebe zur Musik ist, die uns jedes Jahr auf’s Neue zusammenbringt. Von handgemachter Live-Musik über mitreißende Dj-Sets konntet ihr auf unseren eigens gestalteten und gebauten Bühnen eine ausgewählte Vielfalt an Sounds aller Art genießen. Während Otzeki, Baths, Isolation Berlin, Jesper Munk, Noah Slee und Noga Erez vorwiegend im Trockenen musizieren konnten, nutzte Kid Simius das plötzliches Gewitter, alle Tanzwütigen direkt zu sich auf die Bühne zu holen, um gemeinsam dem Regen zu trotzen. Am Strand genossen wir die letzten Sonnenstrahlen des Jahres zu Heimlich Knüller, Lexer, Bebetta, Oliver Koletzki und Dominik Eulberg bevor es schließlich Richtung Endlos ging. Dort führten uns unter anderem Niconé, Pilocka Krach, Oliver Klostermann und Martin Saupe durch die Nächte, bevor uns Midas 104 und Jan Oberländer im Bermuda Dreieck jegliche Orientierung verlieren ließen.

Doch es wäre nicht das Artlake, wenn es nicht auch Raum für Improvisation und Experimentelles gäbe. So konntet ihr bei einer Jam Session auf der Dörte Becker euer eigenes Können unter Beweis stellen und zwischen Musik und Meditation auf dem Flying Imro Deck am DJ-Workshop teilnehmen, oder anderen Künstlern beim jammen lauschen.

Genau diese Ansätze sind es auch, die wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen möchten. Mehr Raum für musikalische sowie künstlerische Experimente und kreative Werkstätten um zu erforschen und zu entwickeln. Den gesellschaftlichen Normen trotzen um anzuecken und neue Zusammenhänge zu erkunden. Unser Anspruch ist es, aus den Geschehnissen unserer Umwelt zu lernen und eigene kreative Aktionsformen zu vermitteln um festgefahrene, gesellschaftlichen Strukturen mit ihren resultierenden Problemen aufzubrechen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Hierbei ist uns vor allem wichtig alle mit einzubeziehen und somit Aufmerksamkeit für die Diversität und Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft zu schaffen. Jede*r soll etwas beitragen können und die Chance bekommen von anderen zu lernen. Lasst uns eine Utopie erschaffen um einen notwendigen, sozialen Wandel möglich zu machen. Anregungen und Kritik eurerseits sind mehr als erwünscht, denn gemeinsam können unsere Ideen wachsen und Gestalt annehmen.

Unser Dank gilt an dieser Stelle nicht nur den vielen Künstlern, Kollektiven, Arbeitern und Helfern, sondern auch unseren Besuchern, die das Artlake zu dem machen was es ist. Wir wollen uns nun der programmatischen Ausarbeitung widmen, viel Inspiration und neue Gedanken zusammentragen und dem neuen Jahr gespannt entgegen sehen.

Danke für all eure Unterstützung und bis bald am See!
Eure Artlake Crew