„I just want to be home“ – Belgrad, 2017

Ijustwanttobehome

 

„I just want to be home“ – Belgrad, 2017
(Fotografie-Ausstellung von Robin Hinsch)

Hinter dem zentralen Bus-Bahnhof in Belgrad leben bis zu 1000 geflüchtete Afghanen, Pakistaner und andere aus ihrer Heimat geflohene Menschen. Die Temperaturen haben in den vergangenen Wochen nur selten die null Grad Celsius Grenze überschritten. Die meist minderjährigen Jungs versuchen sich deshalb in ihren provisorischen Unterkünften, in welche sie sich in alten verfallenen Bahnhofsbarracken eingerichtet haben mit Feuern warm zu halten. Aus Mangel an ordentlichem Brennmaterial und angesicht der eisigen Kälte, verbrennen sie meist den in der verlassenen Anlage gefundenen Plastikmüll. Aus allen Ecken hört man es husten und keuchen, wenn man durch die von Rauch erfüllten langen Hallen geht.

Viele von ihnen harren schon auf Grund der geschlossenen Grenzen zu Kroatien und Ungarn seit Monaten in dem inoffiziellen Camp aus. Ihre Geschichten hören sich an wie bizarre Alpträume die man niemandem wünscht. So geschieht es häufig, dass bei nicht geglückten Grenzübertritten alle Habseligkeiten von Grenzbeamten geraubt werden und die Jungen nach einer Tracht Prügel auf der serbischen Seite wieder ausgesetzt werden. Einige Geschichten berichten sogar von kalten Zwangsduschen mit dem Feuerwehrschlauch, oder das Aussetzen an der Grenzen bei Minus Graden ohne Schuhe.

Aber, all das schreckt die jungen geflüchteten nicht ab an ihrem Traum weiter festzuhalten. Der Traum vom sicheren Europa lässt sie in dieser Misere weiter ausharren.